Reisebericht: Chicago und die amerikanischen Uhren

Die Stadt

Um es auf den Punkt zu bringen: Das Faszinierendste an Chicago für mich sind die alten (fast antiken) Wolkenkratzer. Denn wir haben in Europa ein etwas gestörtes Verhältnis dazu: Wir denken dabei an Überindustrialisierung und Umweltbelatung. Deswegen war ich im Angesicht eines Wolkenkratzers im gotisches Stil sprachlos.

Chicago hat, jedenfalls in der City, etwas Intimes. Trotz der imposanten Gebäude in der Michigan Av., fühlt man sich in dieser Stadt nicht überrumpelt.

Was ich bisher von Chicago wusste, war eigentlich nur "Al Capone". Dass Chicago rund um das südliche Ende des Michagan Sees gelegen, fast ein bisschen südliches Flair ausstrahlt, war völlig neu. Man muss gar nicht weit laufen und schon erstrecken sich lange Sandstrände ohne Ende. The windy city, durch die Nähe des Wassers verursacht, nennen die Amerikaner auch the second city. Zwar ist Chicago mit ca. 2,5 Mio. Einwohnern eigentlich die drittgrößte Stadt der USA, aber für die Amerikaner nach New York bedeutungsvoller als Los Angeles.

Für uns Europäer kann man dort rund um die Michigan Av. in den kleinen Seitenstraßen wunderbar einkaufen, bummeln, relaxen.....und der Dollarkurs ist ja im Moment für uns animierend! Da macht das Shoppen natürlich viel Spaß. Aber Wolkenkratzer erklimmen und aus der 94. Etage des Hancock-Towers mit einem Aperitif in der Hand die Größe dieser Stadt erahnen, das ist schon was! Dann gibt es da noch in den vielen Wolkenkratzern die tollsten Verkaufsgalerien. Da muss man schon 3 Tage einplanen.

Chicago hat auch wenn es regnet einiges zu bieten. Museumsmäßig gibt es kaum eine Stadt, die interessanter ist. Weltbekannte Museen wie z. B. das legendäre Museum of Science and Industry sollte hier unbedingt Beachtung finden und ist, da fast alles angefasst werden darf, auch ein Paradies für Kinder.

Und da sind ja auch noch die Neighbourhoods. Das sind die nahe gelegenen Stadtteile, wo sich die Einwanderer nach Nationalitäten niedergelassen haben. Little Italy, Chinatown, Old Town, River North, Pilsen etc. Hier muss man einfach zu Fuß und mit offenen Augen durch die Gegend laufen, da kann man interessante Dinge sehen und erleben.

Das U-Bahn-, Bus- und Zugnetz ist so gut, dass man besser kein Auto mitbringt, da die Parkgebühren weit über das für uns Verständliche hinausgehen. Es gibt besonders günstige Tickets, die für mehrere Tage ihre Gültigkeit haben. Damit kann man alle Verkehrsnetze gefahrlos benutzen. Zu keiner Zeit habe ich mich in einer U-Bahn oder auch abends auf der Straße unsicher gefühlt. Man sollte natürlich die sogenannten "Brennpunkte" meiden.

Bedingt durch den hohen Anteil von Farbigen in dieser Stadt, gibt es hier eine bemerkenswerte Jazz- und Blues-Szene. Welche Clubs momentan in sind, sollte man erfragen. Aber ein Besuch dieser Clubs ist schon ein besonderes Erlebnis.

Und dann ist da noch die Freundlichkeit der Menschen. Höflich und hilfsbereit, das habe ich überall erfahren können. Damit meine ich nicht die geschäftstüchtige Freundlichkeit in den Läden, sondern die Leute auf der Straße fragen einen, wenn man ab und zu in den Stadtplan schaut, woher man kommt, ob man etwas suche, ob sie helfen könnten. Ruck zuck kommt ein Gespräch und evtl. sogar eine Bekanntschaft zustande und, was besonders beachtet werden sollte, in welche Gegend man doch bitte nicht gehen soll.

Die amerikanische Uhren

Während die Schweizer Uhrenindustrie den sogenannten "Quarzschock" in letzter Minute "halb überlebte", ging die amerikanische Uhrenindustrie zugrunde. Berühmte Namen wie Hamilton, Bulova, Elgin, Waltham, Illinois sind heute Geschichte. Alte amerikanische Armbanduhren sind in Europa kaum bekannt und für mich ein Geheimptipp. Wir werden künftig darüber berichten. Falls Sie mehr über amerikanische Armbanduhren wissen möchten, empfehlen wir Ihnen das Buch von Edward Farber/Steward Unger "Amerikanische Armbanduhren" aus dem Callwey Verlag.



Restaurants für Uhrensammler
Uhrensammler sind feine Menschen. Sie haben etwas übrig für die schönen Sachen des Lebens. Sie können nicht unerhebliche Summen für Uhren auszugeben. Ich kenne Sammler, die fast auf alles verzichten, nur um dieses Hobby zu pflegen.

Naturgemäß möchte der Uhrensammler gut und raffiniert speisen, jedoch zu Preisen, die sein Uhrenbudjet nicht übermäßig belasten. Wir haben in dieser Rubrik Lokale zusammengestellt, die beide Anforderung erfüllen. Wir haben sie nach Orten gelistet. Erwarten Sie bitte keine Vollständigkeit und Objektivität (wir sind nicht die Stiftung Warentest). Es handelt sich hier lediglich um eine Hilfestellung für hungrige Uhrensammler unterwegs.


Stuttgart und Umgebung

Ristorante la Scala
(Stuttgart)
Feine italienische Küche in Stuttgart Mitte.
Anschrift: Friedrichstrasse 41, 70174 Stuttgart. Tel. 0711 / 29 06 07
Empfehlungen: u.a. Penne alla Rabiatta, Fischgerichte, Tagesgerichte, Tiramisu...
Italiener waren übrigens die ersten Armbanduhrensammler nach dem Zusammenbruch der traditionellen Uhrenindustrie in den 70-er Jahren, denn früher wurden nur Taschenuhren gesammelt.

Ristorante Oggi (Stuttgart)
Rund um die Uhr geöffnet und eine vorzügliche leichte Küche. Preis-Leistungsverhältnis einmalig.
Stuttgart-Mitte: Kleiner Schlossplatz 11, 70173 Stuttgart. Tel. 0711/2845990

Restaurant Bachofer
Highlight nicht nur in Waiblingen. Hier kocht der Chef selber und überzeugen Sie sich, vom Feinsten!
Das tägliche Mittagsmenü ist ein Hochgenuss, aber auch alle anderen Gerichte sind einfach ein Traum.
Marktplatz 6, 72332 Waiblingen. Tel. 97151/976430

Sangam: Indische Küche in Ludwigsburg
Wenn Sie die indische Küche mögen und in der Nähe von Stuttgart sind, dann nichts wie hin. Kennen Sie die indische Küche nicht? Dann verpassen Sie etwas...(die Entdeckung Amerikas hat etwas mit den indischen Gewürzen zu tun).
Empfehlungen: Murgh Tikka (Hähnchen in würziger Soße, 12 h. eingelegt und danach gegrillt) ist ein gutes Gericht zum Einsteigen. Mein Lieblingsgericht ist Karahi Gosht (Lamm in würziger Soße gekocht). Das Beste sind jedoch die Nans (die frisch gebackenen indischen Brote). Sie können das Essen normal (also mild), mittelscharf und scharf, (sehr scharf nur für Inder geeignet!) bestellen.
Anschrift: Karlstr. 42, 71638 Ludwigsburg. Tel. 07141 90 33 56

El Olivo (Ludwigsburg)
Sitzt man im El Olivo, fühlt man sich fast wie im Urlaub auf Mallorca. Diese stylische und doch gemütliche Tapas Bar muss man einfach lieben. Dem Ehepaar Bartholomé ist es gelungen, mit einem hervorragenden Feinkost- & Delikatessenbistro, einem exzellenten Weinangebot und vor allem super leckeren Tapas und geschmackvollen kleinen Gerichten unser Herz höher schlagen zu lassen. Bei schönem Wetter sitzen wir gerne gemütlich draußen, aber auch im Innenraum lässt es sich vorzüglich genießen. Das Ambiente stimmt, die Bedienung bekommt 3 Sterne und die Tapas sind nur einfach lecker! Auch das Preis-/Leistungsverhältnis ist absolut in Ordnung. Vielleicht sehen wir uns dort bei Ihrer nächsten Shoppingtour durch Ludwigsburg?
Eberhardstr. 12, 71634 Ludwigsburg, Tel. 07141/2394316.
www.el-olivo.eu - info@el-olivo.eu

MALATHOUIS (Kernen-Stetten)
Wenn ein Besuch im Remstal ansteht, dann wird man nach den vielen Eindrücken, die diese hübsche Gegend bietet, auch nach einem guten Restaurant Ausschau halten.
Hier ist das Malathouis eine sehr gute Empfehlung. Zwar nicht unmittelbar im Geschehen gelegen, aber nur einen Katzensprung von der Ortsmitte entfernt, bietet das Malathouis eine feine, moderne und raffinierte griechische Küche, einen liebevollen und guter Service, und einen hübschen kleinen Gastraum. Sie werden begeistert sein von dieser frischen, leichten und genussvollen Küche und dem liebevollen Ambiente!
Anschrift: Gartenstr. 5, 71394 Kernen-Stetten. Tel. 07151/45252
www.dieschmide.eu
info@malathounis.de

Und nun "guten Appetit"!



Wie viele Uhren braucht der Mensch?

Traditionell wurde nur eine Uhr getragen. Mehrere Uhren zu besitzen war früher ein Privileg von wenigen Reichen, Uhren sammeln gar ein Hobby von Staatsmännern und Königen.

Heute kann jeder problemlos mehrere Uhren besitzen. Die meisten Menschen, die ich kenne, obwohl fast alle mehrere Uhren besitzen, tragen fast immer dieselbe Uhr. Uhren sind etwas sehr Persönliches und sagen viel über ihren Besitzer aus.

Was bei der Kleidung zur Normalität geworden ist (die Abwechslung), ist bei den Uhren eher die Ausnahme. Und die Sammler? Es gibt sicher Sammler, die jeden Tag eine andere Uhr tragen (das ist fast anstrengend, wenn ich an meine Krawatten denke...), doch die Mehrheit der Uhrensammler trägt sie nicht.

Wie viel schöner ist es jedoch, zu jeder Lebenslage die passende Uhr zu tragen! Es geht nicht darum, möglichst viele Uhren zu tragen, sondern um die Suche nach Harmonie und Einklang.

Man braucht nicht viele Uhren dafür. Die Mindestaustattung beträgt, meiner Meinung nach, drei Uhren: Eine sportliche, möglichst robuste Uhr (z.B. eine Rolex Oyster, Omega oder Panarai), welche man natürlich beim Sport, bei Gartenarbeiten und generell bei Freizeitaktivitäten (auch bei der schönsten Nebensache des Lebens) trägt.

Wenn Sie einen etwas formellen Beruf haben, benötigen Sie dazu eine elegante, unauffällige Uhr (etwa eine IWC, Longines, JLC), die gut zum Anzug passt. Auffällige Uhren sind hier fehl am Platz, sie verursachen nur Ablenkung bei den Geschäftspartnern und schlimmstensfalls sogar Ablehnung (denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden).

Für die kreativen bzw. lockeren Momente (Parties, Cocktails, Ausgehen...) des Lebens benötigen Sie eine entsprechende Uhr. Hier ist Unterhaltung angebracht, die Richtung hängt von Ihren Interessen ab: Es kann z.B. eine sogenannte Designer Uhr sein, aber auch eine antike Uhr (natürlich ein Original!) aus den 20-er oder 30-er Jahren. Sie kann ruhig etwas auffällig sein (das hift manchmal sogar, ins Gespräch zu kommen).

Menschen und Ihre Uhren: Der Dalai Lama
Dem internationalen Patek Philippe Magazin zur Folge war der Dalai Lama bereits als Kind von allem Mechanischen (insbesondere von den Uhren) fasziniert. Welche Uhr trägt nun der Dalai Lama? Sie haben es erraten: Eine Taschenuhr von Patek Philippe. Diese wurde dem Dalai Lama als Geschenk von Präsident Roosevelt während des Zweiten Weltkriegs 1943 überreicht. Und natürlich funktioniert sie noch immer tadellos.

Wenn Sie sich für die Grundlagen buddistischer Philosophie interessieren, empfehle ich Ihnen das neue Buch von Howard C. Cuttler und dem Dalai Lama: Die Regeln des Glücks (Gustav Lübbe Verlag, 1999). Ich kenne keine bessere Antwort auf die Frage über den Sinn des Lebens.